Body Flossing

Flossing (auch Medical Flossing genannt) ist eine neuartige manuelle Therapie. Gummibänder (Floss-Bänder) werden fest um betroffene Stellen gewickelt – sie schnüren das Gewebe regelrecht ab. Zusätzlich führen die Patienten Übungen aus – sei es aktiv oder passiv durch den Therapeuten. Dadurch sollen verhärtete Strukturen in Muskeln, Gelenken oder Faszien "zerreißen", die natürliche Beweglichkeit wird wiederhergestellt.

Flossing: Positive Wirkung auf Gelenke, Muskulatur und Faszien
Flossing werden folgende Effekte zugeschrieben:
  • Schmerzlinderung
  • Leistungssteigerung
  • Verbesserung der Beweglichkeit von Gelenken
  • gesteigerter Kraftfluss in der Muskulatur
  • gesteigerte/wiederhergestellte Elastizität der Faszien
Erfunden wurde das Flossing von dem US-amerikanischen Sportwissenschaftler und Physiotherapeuten Kelly Starrett. Das daraus entwickelte Medical Flossing basiert auf drei Wirkmechanismen:
  • Schwammeffekt
  • subkutane Irritation
  • Kinetic Resolve
Schwammeffekt:
Das Verschnüren von Muskeln oder Gelenken mit dem Floss-Band sorgt für einen starken Druck. Die Blutzufuhr wird unterbunden, Flüssigkeit im Gewebe (zum Beispiel die Lymphe oder Stoffwechselendprodukte) ausgepresst. Wenn das Floss-Band nach der Behandlung wieder gelöst wird, strömt frische, nährstoffreiche Flüssigkeit ein. Die angefallenen Schadstoffe werden abtransportiert. Dieser Prozess regt Wachstum und Erneuerung der Zellen an.
Subkutane Irritation:
Unsere Schmerzwahrnehmung lässt sich durch bestimmte Stimulationen beeinflussen. Das zeigt auch ein vertrauter Reflex: Wenn wir uns stoßen, reiben wir über die betroffene Stelle. Diese unbewusste Reaktion hat durchaus Sinn: Schmerz wird durch einen neuen Reiz abgeschwächt oder überlagert.
Kinetic Resolve:
Kinetic Resolve bezeichnet das Lösen von Verklebungen (Adhäsionen), um Unterhautgewebeschichten, Faszien, Muskeln und Sehnen wieder gleitfähig zu machen. Beim Flossing kommt es zu enormem Druck auf die behandelten Körperstellen, vergleichbar mit dem Unterdruck beim Schröpfen. Bei zusätzlicher Bewegung des geflossten Körperteils (durch den Patienten oder passiv durch den Therapeuten) wird das Gewebe entzerrt und Adhäsionen gelöst. Der Effekt wird schmerzhaft verstärkt, wenn der Therapeut den geflossten Bereich zusätzlich mit den Händen verdreht (ähnlich dem Auswringen eines Handtuchs).